Wie kann ich gegen die "Schwitzwasser"-Problematik vorgehen?

Grundsätzlich kann man durch die Einhaltung bestimmter Regeln die Bildung von Schwitzwasser verhindern oder zumindest eindämmen. Dazu gehört es, die Räume, in denen sich Kondensat bildet (sei es an Isolierglasscheiben oder Wänden) noch mehr als bisher zu lüften. Dies sollte jedoch nicht durch Dauerlüftung (Fenster in Kippstellung) geschehen.

Untersuchungen haben eindeutig ergeben, dass durch die sogenannte "Stoßlüftung" bei gleicher ausgetauschter Luftmenge Energie gespart werden kann. Bei der Stoßlüftung sollten die Fenster ca. 5 bis 10 Minuten weit geöffnet werden, sodaß die im Raum vorhandene "gesättigte Luft" durch kühlere Luft von außen ersetzt wird. Jetzt werden die Fenster geschlossen. Die während der Lüftung ausgeschaltete Heizung wird nun wieder eingestellt. Dadurch wird die kühlere Luft erwärmt und nimmt so die überschüssige Feuchtigkeit auf. Nach 3 bis 4 Stunden hat die Luft wieder genügend Wasserdampf aufgenommen. Nun wird wieder die Heizung abgestellt, die Fenster werden geöffnet usw..

Dieser Vorgang sollte sich 3- bis 4-mal täglich wiederholen, bis eine Verbesserung zu beobachten ist. Der nötige Zeitraum richtet sich u. a. nach der Raumausstattung, wird aber mindestens bei zwei bis drei Wochen liegen. Besonders die Benutzer von Wohnungen, die neue Fenster erhalten haben, sollten darauf achten, ihre Lüftungsgewohnheiten den neuen Gegebenheiten anzupassen. Die alten Fenster waren in der Regel so undicht, daß ein ständiger Luftaustausch stattfinden konnte. So konnte stets trockene Außenluft in den Raum und die wärmere, feuchte Innenluft nach außen gelangen. Bei den neuen dichteren Fenstern ist dieser unkontrollierte Luftaustausch nicht mehr möglich, sodaß der Bewohner nun selbst dafür sorgen muss, daß ein regelmäßiger Luftwechsel stattfinden kann, wenn Kondensatbildung vermieden werden soll.

Die Räume, die sich an der Nordseite von Wohnungen befinden, kühlen im Winter besonders stark aus. Achten Sie darauf, daß diese Räume etwas stärker beheizt werden als die nach Süden gelegenen. Sorgen Sie dafür, daß sich in Ihrer Wohnung die Temperaturen von Raum zu Raum so gering wie möglich voneinander unterscheiden.

Schlafen Sie z. B. nachts bei geöffnetem Fenster, dann schließen Sie Ihre Schlafzimmertüren und schalten die Heizkörper der angrenzenden Räume auf die geringste, aber noch erträgliche Stufe.

Morgens empfiehlt es sich alle Räume ca. 20 Minuten durchzulüften und nach dem Schließen der Fenster gleichmäßig bei mittleren Temperaturen aufzuwärmen.

Eine Verminderung der Kondensatbildung kann auch durch eine Änderung der Warmluftführung bzw. durch eine günstige Anordnung der Heizkörper erreicht werden. Der Warmluftstrom soll möglichst dicht am Fenster entlang streichen, sodaß höhere Wärmeübergangskoeffizienten möglich sind. Bei vorhandenen Einbauten kann durch Schlitze in den inneren Fensterbänken die Kondenswassergefahr herabgesetzt werden. Besonders wichtig ist die fachgerechte Ausbildung des Innenfutters. Der obere Abschluss der Laibung sollte waagerecht, der untere Abschluss senkrecht ausgebildet werden. Mehr Kopffreiheit, mehr Lichteinfall aber besonders ein optimaler Luftstrom entlang des Fensters sind die Folge. Tiefe Laibungen oder die Anbringung von Fensterbänken wirken sich folglich negativ aus.